Willkommen zum zweiten Teil unseres Bretagne-Reiseberichts. Dieses Mal nehmen wir euch mit in den Westen der Bretagne – eine Region mit rauer Küste, charmanten Orten und viel Natur. Da wir so viele Eindrücke gesammelt haben, haben wir unseren Familienurlaub in der Bretagne in zwei Artikel aufgeteilt: einen über den Westen und einen weiteren über den Süden der Bretagne.
In diesem Beitrag zeigen wir euch unsere Highlights im Westen der Bretagne und geben Inspiration für einen entspannten Familienurlaub am Atlantik. Kommt mit auf unsere Reise 😊
Warum ist die westliche Bretagne ein tolles Ziel für Familien?
Die westliche Bretagne ist perfekt für Familien, da sie Kultur, Natur und Aktivurlaub sehr gut miteinander verbindet. In Quimper warten Fachwerkhäuser und die Kathedrale Saint-Corentin, auf der Presqu’île de Crozon beeindrucken wilde Felsküsten und Strände, während Le Faou mit seinem besonderen Granithäusern mit Schieferdächern und gemütlichen Crêperien begeistert. Douarnenez, die Pointe du Raz und die Plage de Pen Hat bieten maritime Stimmung, spektakuläre Ausblicke und Surfspaß. Kulinarisch überzeugen frische Meeresfrüchte, Crêpes, Galettes und das berühmte Gebäck: Kouign-amann.

Unser erster Eindruck bei der Ankunft in Quimper:
Nach etwas mehr als einer Stunde TGV-Fahrt vom Bahnhof Vannes im Süden der Bretagne erreichten wir Quimper. Direkt bei der Autovermietung* (Affiliate-Link) konnten wir unseren Wagen übernehmen und ihn noch kurz auf dem Parkplatz stehen lassen. Bevor wir richtig losfuhren, entschieden wir uns für einen kleinen ersten Stadtbummel durch Quimper, um die Atmosphäre der bretonischen Stadt zu genießen.

Zu Fuß schlendern wir vom Stadtzentrum Quimpers zu einer der liebevoll gestalteten Gartenanlagen an der alten Stadtmauer. Quimper ist – wie viele bretonische Orte – herrlich grün: Bunte Blumenbeete, gepflegte Grünflächen und die Odet-Gärten, die sich quer durch die Stadt ziehen, sorgen für echtes Sommerfeeling. Selbst die Brücken sind mit Blumenkästen geschmückt und verwandeln die Stadt in ein kleines Blütenmeer. Auf dem Foto liegt der Garten direkt an der Stadtmauer, während im Hintergrund die Türme der Kathedrale Saint-Corentin über Quimper aufragen.
1. Welche Ausflüge lohnen sich im Westen der Bretagne mit Kindern?
- Stadtbummel durch Quimper
→ Fachwerkhäuser, Kathedrale Saint-Corentin
→ traditionelle Keramik, Odet-Gärten - Küstenwanderung entlang der Presqu’île de Crozon wandern
→ Dramatische Felsküste, malerische Strände
→ beeindruckende Aussichtspunkte wie Pointe de Pen-Hir - Pointe du Raz erleben
→ das „Ende der Welt“ – dramatisches Kap - Leuchttürme im Westen besichtigen
→ Phare d’Eckmühl
→ Île Vierge, höchster Naturstein-Leuchtturm der Welt - Sparziergang durch das charmante Dorf Le Faou
→ schiefergedeckte Granithäuser, Kirche Saint-Sauveur - Surferparadies Plage de la Torche erkunden
→ konstanten Wellen – für Surfer aller Niveaus - Ausflug in den Norden – an die Côte de Granit Rose
→ Rosa Granitfelsen, bizarr geformt, direkt am Meer
→ Leuchtturm Phare de Ploumanac’h
2. Route & Reisezeit
Zum Start unserer 14-tägigen Reise Ende Juli/Anfang August wurden wir gleich mit angenehmen 23 bis 26 Grad und frischer Atlantikluft empfangen – die perfekte Abwechslung zur stickigen Sommerhitze zuhause. Damit ihr nicht lange suchen müsst – habe ich bei Google MyMaps* eine Karte mit all unseren Lieblingsorten, Stränden und Ausflügen erstellt. 👉 Hier geht’s zur Karte.

Da es in der Bretagne so viel Schönes zu entdecken gibt, habe ich meinen Bericht in zwei Teile aufgeteilt – einen über den Westen und einen über den Süden.
Teil 1 unserer Reise führte uns zunächst in den Süden der Bretagne – auf die Halbinsel Quiberon, mit Ausflügen in den malerischen Golfe du Morbihan und auf die traumhafte Insel Belle-Île.
Anschließend zog es uns weiter in den Westen der Bretagne – eine Region, die noch einmal rauer, wilder und gleichzeitig unglaublich faszinierend ist. Wir waren mit dem Auto unterwegs, was sich für uns als sehr praktisch erwiesen hat, denn die Entfernungen zwischen Stränden, Wanderwegen und Ausflugszielen sind teilweise recht groß. So konnten wir auch abgelegenere Orte ganz entspannt erreichen und flexibel bleiben.
Wer lieber ohne Auto reist, muss aber nicht verzichten: Viele bekannte Hotspots wie die Pointe du Raz lassen sich auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln besuchen.
Link-Tipps für Bus & ÖPNV im Westen der Bretagne:
Cap Sizun – Pointe du Raz | Douarnenez | BreizhGo – Busverkehr Bretagne
Nachfolgend möchten wir euch von unseren Erlebnissen und Eindrücken aus dem Westen der Bretagne berichten.
3. Was haben wir im Westen der Bretagne mit unseren Kindern erlebt?
3.1 Quimper entdecken: Familien-Stadtbummel
Hier nehmen wir euch mit auf unseren Stadtbummel durch Quimper. Vom Bahnhof ist man schnell zu Fuß in der Innenstadt, alternativ fahren auch Busse. Quimper wirkte auf uns sofort grün, entspannt und sehr lebendig. Schon hinter der alten Stadtmauer sahen wir die beiden Türme der Kathedrale Saint-Corentin, die das Stadtbild prägt. Es war Samstag, und rund um den Platz herrschte ordentlich Trubel: Gleich mehrere Hochzeitspaare, bretonische Dudelsackmusik und ein hübsches, nostalgisches Karussell vor der Kathedrale – schön auch für Kinder.

Am Place Saint-Corentin haben wir kurz zu Mittag gegessen. Da der Hunger überschaubar war, gab es nur Pommes, dafür aber einen sehr netten Service (inklusive perfektem Deutsch).

Danach ging es weiter durch die Altstadt mit ihren schmalen Gassen, Kopfsteinpflaster und Fachwerkhäusern. Besonders rund um den Place au Beurre reihen sich viele Crêperien aneinander – klasse für eine kleine Pause zwischendurch.

Am Ende waren die Füße müde und die Kinder hatten keine Lust mehr zu laufen. Also wollten wir mit dem Bus zurückfahren – hatten aber kein Kleingeld dabei – nur einen Geldschein. Der Busfahrer hat uns die paar Stationen einfach kostenlos mitgenommen. Eine kleine Geste, die uns sehr in Erinnerung geblieben ist.
Sehenswert in Quimper – kurz & übersichtlich
- Kathedrale Saint-Corentin
→ Gotisches Wahrzeichen am Place Saint-Corentin - Locmaria-Viertel
→ mit der Kirche Notre-Dame-de-Locmaria
→ Historisches Quartier an der Odet - Fayencemanufaktur Henriot-Quimper & Musée de la Faïence
→ Berühmte Quimper-Keramik und regionale Handwerkskunst - Musée des beaux-arts
→ Kunstmuseum gegenüber der Kathedrale (u. a. Gauguin) - Musée départemental Breton
→ Bretonische Geschichte und Volkskultur im ehemaligen Bischofspalast - Jardin de la Retraite
→ Exotischer Garten oberhalb der Altstadt - Jardin du Prieuré Locmaria
→ Klostergarten direkt an der Odet
3.2 Zwischen Heidekraut & Steilküste: Familienwanderung zur Pointe de Pen Hir
Die Presqu’île de Crozon im Westen der Bretagne begeistert mit Steilküsten, türkisblauen Buchten und naturbelassenen Stränden – eine schöne Mischung aus wilder Natur, Wanderwegen und familienfreundlichen Badeplätzen.
Gut zu wissen: Die Wanderwege sind gut erreichbar, allerdings oft steinig und uneben, sodass festes Schuhwerk sehr zu empfehlen ist. Für Familien mit Kinderwagen oder für ältere Menschen können einige Abschnitte anspruchsvoll sein und sind teilweise nur eingeschränkt begehbar.
Nachdem wir unser Auto auf einem der Parkplätze nahe der Pointe de Pen Hir abgestellt hatten, startete unsere kleine Wanderung. Bei blauem Himmel und Sonnenschein führte der Weg über schmale Pfade, vorbei an blühendem Heidekraut (August) und entlang einer Bucht mit leuchtend türkisblauem Wasser. Schon der Weg selbst war ein echtes Highlight.

Je näher wir der Pointe de Pen Hir kamen, desto steiler und schroffer wurde der Pfad, bis wir schließlich oben an den beeindruckenden Steilküsten standen. Dort öffnet sich der Blick auf die markanten Felsformationen, für die dieser Ort so bekannt ist.
Das Besondere an der Pointe de Pen Hir sind die bizarr aus dem Meer ragenden Felsen, die sogenannten „Tas de Pois“. Übersetzt bedeutet das „Erbsenhaufen“ – ein passender Name für die einzelnen, wie aufgereiht wirkenden Felstürme vor der Küste. Zusammen mit der offenen Weite des Atlantiks und den steilen Klippen ist dieser Aussichtspunkt einer der eindrucksvollsten auf der Presqu’île de Crozon.

Von der Pointe de Pen-Hir liefen wir noch weiter bis zum Kreuz von Pen-Hir, einem Denkmal für die Freien Französischen Streitkräfte. Hoch oben an der Steilküste erinnert es an Freiheit, Widerstand und den Blick hinaus auf den Atlantik. Da es an diesem Tag für bretonische Verhältnisse sehr heiß war, legten wir hier eine Pause im Schatten ein und genossen die Aussicht auf die Klippen und das Meer. Besonders spannend war es, den Kletterern an den Felsen zuzusehen.
Wegen der Hitze traten wir bald den Rückweg an, machten aber noch Halt am Café Chez Germaine an der Plage de Veryac`h. Zum Essen war leider schon alles ausgebucht, aber draußen bekamen wir noch Getränke. Mit Blick auf die Plage de Veryac`h und einem Kaffee Grand Crème in der Sonne war das trotzdem ein schöner entspannter Moment. Direkt vor dem Café befindet sich übrigens auch ein Picknick-Tisch an dem ihr es euch gemütlich machen könnt.


Da der Tag noch jung war und wir vom Kreuz de Pen-Hir aus in der Ferne einen großen Sandstrand entdecken konnten, entschieden wir uns spontan, diesen mit dem Auto anzusteuern. Zum Glück gab es einen Parkplatz ganz in der Nähe der Plage de Pen Hat. Wer mag, kann sich den Strand auch mit Hilfe unseres Lieblings-Wanderführers* (Affiliate-Link) „erwandern“ – uns war es an diesem Tag dafür einfach zu heiß. Aber allein die Szenerie unterwegs wäre sicher schon den Weg wert gewesen. Praktisch ist, dass es in der Nähe einen Parkplatz gibt, den wir bei der Hitze gerne genutzt haben.

Die Plage de Pen Hat auf der Crozon-Halbinsel nahe Camaret-sur-Mer ist ein wunderschöner, naturbelassener Strand. Statt Trubel erwarten euch weiter Sand, starke Atlantikwellen und eine beeindruckende Küstenlandschaft – schön für Familien, die Ruhe und Natur lieben.

Der Strand ist nicht zum Baden geeignet, da es starke Strömungen gibt. Für Kinder ist er aber toll zum Spielen im Sand und Staunen. Mit den Füßen im kristallklaren Wasser konnten wir uns aber trotzdem etwas Abkühlung verschaffen. Besonders beliebt ist die Plage de Pen Hat bei Surfern und Naturliebhabern.
Tipp: Es gibt kaum Infrastruktur, dafür einen Parkplatz in der Nähe. Sonnencreme, Snacks und Getränke mitbringen.



Auf dieser Tour hatten wir wieder unseren Wanderführer* (Affiliate-Link) dabei, den wir schon auf mehreren Wanderungen in der Bretagne genutzt haben. Er hat uns auch hier geholfen, gut begehbare Wege zu finden und keine der schönen Ecken zu verpassen.
3.3 Ausflug zur Pointe du Raz mit Stopp am Surferparadies Plage de la Torche
Die Pointe du Raz gilt als das sprichwörtliche „Ende der Welt“ der Bretagne, da sie als einer der westlichsten Punkte Frankreichs lange Zeit als äußerste Grenze der bekannten Welt galt. Das spektakuläre Kap beeindruckt mit steilen Klippen, tosendem Atlantik und grandiosen Ausblicken auf die Leuchttürme La Vieille und die Île de Sein.

Wissenswertes: Großer Besucherparkplatz, in der Saison kostenpflichtig (ca. 8 €), außerhalb meist kostenlos. Vom Parkplatz bis zur Pointe sind es ca. 1–1,5 km. Die Wege sind größtenteils kinderwagentauglich, teils holprig und leicht ansteigend, ganz bis zu den Klippen lässt sich der Kinderwagen jedoch nicht schieben.


Am späten Nachmittag machten wir einen kurzen Stopp an der Plage de la Torche. Der Strand ist etwa 3 km lang und Teil der über 10 km langen Baie d’Audierne. Große Sandflächen laden Kinder zum Buddeln, Drachensteigen und Muscheln sammeln ein. Für ältere Kinder gibt es Surfkurse ab 8 Jahren. Flache Wege führen bis zur Pointe de la Torche. In Strandnähe gibt es Parkplätze, Toiletten und einen kleinen Imbiss. Beim Baden sollte man auf Strömungen achten und nur bewachte Bereiche nutzen.

Da das Wetter an diesem Abend leider immer regnerischer wurde und wir alle nach dem langen Tag sehr hungrig waren, kehrten wir in Tom´s Café (171 Rue du Musée de la Préhistoire, Penmarch) ein. Hier hat es uns allen sehr gut geschmeckt. Es gibt hier wirklich für jeden Geschmack etwas und die gemütliche Surf-Café-Atmosphäre ist das Itüpfelchen oben ´drauf. Dort in der Nähe gibt es auch noch weitere nette Cafés, die gute Bewertungen haben, wie beispielsweise das MAMBO (171 Rue du Musée de la Préhistoire, Penmarch).

In der Nähe der Plage de la Torche steht der Phare de la Torche, ein markanter Leuchtturm auf den Dünen. Vom Strand aus bietet er schöne Fotomotive und Meerblick.
3.4 Plage de l´Aber – Naturstrand für entspannte Familientage
Die Plage de l’Aber auf der Halbinsel Crozon ist ein ruhiger, naturnaher Strand für Familien, die Weite und Landschaft mögen. Sie liegt in der Bucht von Morgat zwischen den Klippen von Tréberon und Raguénès und bietet viel Platz statt Trubel. Der Strand ist naturbelassen, mit großem Parkplatz und gutem Zugang; Gastronomie gibt es im nahen Morgat oder Crozon.

Der lange, breite Sandstrand bietet viel Platz zum Spielen und Toben. Durch die offene Atlantiklage sind Wellen und Strömungen möglich, daher sollten Kinder beim Baden gut beaufsichtigt werden. Bei Ebbe laden flache Wasserbereiche und Pfützen zum Planschen und Keschern ein.

Rund um den Strand liegen Wattflächen, Salzwiesen und Dünen – super für kleine Entdeckertouren mit Kindern. Für weitere Ausflüge bieten sich die Grotte Sainte-Marine, die Grotte de l’Autel sowie andere Strände der Halbinsel an, zum Beispiel Morgat oder Goulien. Das Fort de l’Aber liegt auf einer kleinen Insel vor Crozon und ist vom Strand de l’Aber aus etwa rund 1 km entfernt.

Hinweis: Der Tidenhub ist sehr stark und das Wasser steigt bei Flut schnell an. Baut euch daher am besten gleich im hinteren Bereich des Strandes auf, um nicht überrascht zu werden. Die aktuellen Gezeiten für die Plage de l’Aber lassen sich z.B. hier nachschauen: Gezeitenkalender von Surf-Forecast.com
3.5 Le Faou: Malerisches Dörfchen in der westlichen Bretagne
Ein Stopp in Le Faou lohnt sich für Familien, die historische Orte und schöne Landschaften mögen. Das kleine Dorf (ca. 1.600 Einwohner) ist als „Petite Cité de Caractère“ ausgezeichnet – gut erhaltene Fachwerkhäuser und enge Gassen inklusive.
Entlang der Hauptstraße Rue du Général de Gaulle stehen 24 historische Fachwerkhäuser aus dem 16./17. Jh.



Direkt am Ria de Faou liegt die Kirche Saint-Sauveur mit ihrem besonderen Kersantit-Taufbecken. Bei Ebbe wird der Meeresarm zum Wattenmeer, bei Flut wirkt er fast wie ein Fjord – klasse für Kinder, um die Natur zu entdecken. Auch Wanderungen in den Naturpark Armorique oder zum Wallfahrtsort Rumengol (ca. 10 km) sind möglich, wenn man den Ausflug noch etwas erweitern möchte.



Hier steht ein besonderes Taufbecken aus dem 16. Jahrhundert. Es ist oval, aus seltenem Kersantit-Gestein gefertigt und zeigt filigrane Reliefs mit der Erschaffung des Gartens Eden und den vier Paradiesflüssen: Pischon, Gihon, Tigris und Euphrat – ein seltenes alttestamentliches Motiv in der Bretagne.
Taufbecken aus Kersantit-Stein mit biblischen Reliefs
Tipp: Für Familien ist alles zu Fuß erreichbar: Kirche, Häuser, Hafen und Restaurants in etwa 30–45 Minuten. Samstags lockt zudem der Markt am Kai. Auf dem Parkplatz vor dem Rathaus konnten wir mit unserem Mietwagen* (Affiliate-Link) kostenlos parken.
3.6 Küstenwanderung entlang der Presqu’île de Crozon
Die Halbinsel Crozon bietet traumhafte Wanderwege mit spektakulären Ausblicken auf Küste und Landschaft – für uns eine der schönsten Gegenden der Bretagne. Eigentlich wollten wir eine kurze Wanderung zur schönen Plage de l’île Vierge unternehmen, um uns dort etwas zu erfrischen. Leider war der Weg im Sommer 2025 wegen Einsturzgefahr gesperrt – der Strand scheint jetzt nur noch vom Wasser aus erreichbar zu sein. Trotzdem möchten wir euch von dieser Wanderung erzählen, denn die Ausblicke lohnen jeden Schritt.

Unser Weg führte zunächst vom Parkplatz über einen geraden Schotterweg (ca. 1,5 km) bis zur Küste. Dort schlängelten sich schmale, teils steinige Pfade durch bunt blühendes Heidekraut. Einige Kiefern säumten den Weg und spendeten Halt und Schatten. Schließlich stießen wir wieder auf den GR®34 (Zöllnerpfad), der sich entlang der gesamten bretonischen Küste zieht und hier starteten wir unsere kleine Wanderung rund um die l´Île Vierge.

Tipp: festes Schuhwerk einplanen, denn die Wege gehen auch mal bergauf oder bergab und verlaufen teilweise sehr nah am Rande der Klippen. Der Weg ist holprig und steinig – nicht kinderwagentauglich. Für etwas ältere Kinder ist der Weg unter Aufsicht machbar. Im Hochsommer sollte man beachten, dass es nur wenige schattige Rastplätze gibt.


Auf der gegenüberliegenden Seite dieses Küstenabschnitts liegt die Plage de la Palue – ein beeindruckender Strand, an dem man besonders den Surfern beim Sonnenuntergang zuschauen kann. Zum Schwimmen ist der Strand nicht geeignet: Die Strömung ist extrem stark und das Baden hier verboten. Ein kurzer Spaziergang durch die Dünen lohnt sich aber trotzdem.
3.7 Viadukt von Morlaix
Auf dem Weg zur Côte de Granit Rose haben wir einen kurzen Zwischenstopp in Morlaix eingelegt – der Viadukt dort ist einfach nicht zu übersehen. Die Eisenbahnbrücke aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ist rund 292 Meter lang und etwa 60 Meter hoch und führt mitten durch die Stadt. Besonders ist, dass oben bis heute Züge fahren, während man unten zu Fuß unterwegs sein kann und tolle Blicke auf die Altstadt und den Hafen hat.



Über einen Treppengang mit mehr als 100 Stufen geht es hinunter in die Stadt. Wir haben uns diesmal fürs Weiterfahren entschieden und sind direkt Richtung Côte de Granit Rose aufgebrochen.

Unser Tipp: Wir haben auf einem kostenfreien Parkplatz oberhalb des Viadukts geparkt und uns so die mehr als 100 Stufen gespart. Aber Vorsicht: Die Ausfahrt führt durch eine Einbahnstraße mit sehr schmalem Tunnel – für größere Fahrzeuge ist das leider nichts.
3.8 Die Côte de Granit Rose – geheimnisvolle Steinformationen
Am späten Nachmittag erreichten wir einen Parkplatz in direkter Nähe der Côte de Granit Rose (Tagesticket: ca. 4,50 € – Höhenbeschränkung: 2 m). Wir hatten bewusst diese Tageszeit gewählt, da die Felsen im Abendlicht besonders schön leuchten sollen – auch wenn das Wetter diesmal nicht ganz mitspielte und der Himmel wolkenverhangen war. Trotzdem waren wir von den eindrucksvollen Steinformationen fasziniert. Bei der Planung hat uns auch hier unser Wanderführer* (Affiliate-Link) sehr geholfen, der auch immer berücksichtigt ob die Wanderung auch für Kinder geeignet ist.

Ein Tipp: Am späten Nachmittag ist hier viel los, aber nach etwa 18:00 Uhr leerte es sich allmählich, als die meisten Besucher in die Restaurants strömten. So konnten wir die Felsen fast für uns allein genießen. Der Andrang in den Restaurants war später enorm, doch viele arbeiten mit einem Zweischicht-System, sodass wir problemlos in der zweiten Schicht einen Platz ergattern konnten.

Die Côte de Granit Rose in der nördlichen Bretagne ist ein ganz besonderer Küstenabschnitt mit ungewöhnlichen, oft rosafarben leuchtenden Granitfelsen, die wie von der Natur „gestapelt“ aussehen und das Landschaftsbild prägen.

Der rosa Granit selbst ist uralt: Er entstand vor etwa 300 Millionen Jahren, als tief unter der Erdoberfläche Magma langsam abkühlte und große Kristalle bildete. Durch Erosion über unzählige Jahre wurden die darüber liegenden Gesteinsschichten wegerodiert und die heutigen Granitblöcke freigelegt. Der charakteristische rötlichen Ton kommt vor allem vom Feldspat im Gestein, der durch Eisenverbindungen die warme Farbe annimmt. Heute kannst du auf markierten Wegen zwischen diesen natürlichen „Skulpturen“ entlang spazieren, die zu den weltweit wenigen dieser Art gehören, und immer wieder neue, beeindruckende Formationen entdecken.



An diesem Abend ist es spät geworden. Wir haben im Meeresfrüchte-Restaurant „Le Mao“ zu Abend gegessen und zum ersten Mal das bretonische Nationalgericht Moules et Frites probiert. Es hat uns hier sehr gut geschmeckt – sogar den Kindern, obwohl sie normalerweise nicht so gerne Fisch essen.
In Ploumanac’h und Perros-Guirec gibt es mehrere gut bewertete Restaurants, Crêperien und Eisdielen, darunter Le Ker Louis (192 Parking St Guirec, Ploumanac’h, Perros-Guirec), die Crêperie Le Bistrot du Port (56 Chem. de la Pointe, Perros-Guirec) sowie die Eisdiele KEO Glaces Artisanales (164 Rue Saint-Guirec, Perros-Guirec).
4. Unser Unterkunft – Wo wir gewohnt haben.
Wir haben eine Woche in einem Ferienhaus auf einem ehemaligen Bauernhof verbracht, der direkt an einem sehr ruhigen Meeresarm in einer Bucht liegt. Zum Hof gehörten Ponys und Hühner, und die sehr freundliche Besitzerin erlaubte den Kindern, morgens Eier zu sammeln und die Ponys zu striegeln – ein kleines Paradies. Das Ferienhaus, ausgezeichnet mit dem Besucher-Preis 2017 des Gîtes de France, ist liebevoll, modern und großzügig eingerichtet, jedes Schlafzimmer mit eigenem Bad. Der Preis war im Vergleich zu deutschen Ferienhäusern moderat.


Gebucht haben wir unsere Ferienhäuser über den Gîtes de France. Dort gibt’s seit Jahrzehnten geprüfte Ferienhäuser (Gîtes) und Gästezimmer (Chambres d’hôtes). Das bedeutet „Zimmer mit Frühstück“: Man übernachtet bei privaten Gastgebern, meist in einem Haus oder Landgut, oft mit persönlicher Atmosphäre und Frühstück inklusive. Manche Gastgeber bieten auch ein Abendessen an.



Weitere Tipps für familienfreundliche Unterkünfte:
- Beispiele für Unterkünfte mit Kinderclub und guten Bewertungen:
Das Camping Yelloh! Village L’Océan Breton bei Plobannalec-Lesconil verfügt über Kinderclubs für verschiedene Altersgruppen von 0 bis 12 Jahren sowie über Pool und Strandnähe. Das Camping du Letty in Bénodet bietet einen Kids Club für Kinder von 4 bis 12 Jahren mit Bastel-, Spiel- und Entdeckungsangeboten.- Wer flexibel bleiben oder spontan anreisen möchte, findet in der Region zahlreiche Hotels* (Affiliate-Link) – praktisch für Familien, die Last-Minute buchen* (Affiliate-Link).
5. Essen & Trinken in der Bretagne
Über dieses Thema haben wir im Artikel über den Süden der Bretagne schon ausführlich geschrieben – schaut gern hier vorbei.
6. Freizeitspaß für Familien: 8 Tipps für den Westen der Bretagne
- Aire de jeux inclusive (Douarnenez) → Inklusiver Spielplatz mit Rutschen, Schaukeln und barrierefreien Spielgeräten.
- FunPark Accrobranche Crozon (Crozon) → Kletter- und Abenteuerpark im Wald.
- Domaine de Menez-Meur (Hanvec / Monts d’Arrée) → Natur- und Tierpark mit bretonischen Haustieren.
- Bonobo Parc de loisirs (Quimper) → Freizeit- und Indoorpark mit Kletter- und Spielangeboten für Kinder.
- Magic Park (Landivisiau) → Indoor-Freizeitpark mit Spielbereichen.
- L’Aquashow (Audierne) → Aquarium und kleiner Tierpark mit Seevogelshow.
- Jardin du Moulin Neuf (Ploudalmézeau) → Großer Park mit Gartenanlagen, Spielplatz und Tiergehegen.
- Les Alpagas des Monts d’Arrée (nahe Pont-de-Buis) → Alpakahof mit geführten Besuchen – (Termin erforderlich).
7. Rückblick
- Der Westen der Bretagne ist wild, weitläufig und ursprünglich – schön für Familien, die Natur und Ruhe lieben.
- Dramatische Steilküsten (Halbinsel Crozon), türkisfarbene Buchten und die rosafarbenen Granitfelsen der Côte de Granit Rose haben uns sehr beeindruckt.
- Städte und Dörfer wie Quimper oder Le Faou laden zu entspannten Spaziergängen, Märkten und Cafés ein.
- Der Westen ist weniger überlaufen, teils windig, dafür naturnah und familienfreundlich.
Tipp: Wer die Region erkunden möchte, reist am besten mit dem Auto – die Entfernungen zwischen Stränden, Wanderwegen und Ausflugszielen sind groß.
8. Ausblick
In diesem Sommer reisen wir mit der Familie wieder an die Nordsee auf unsere Lieblingsinsel Wangerooge. Unsere Urlaubsplanung folgt dabei einem Rhythmus: Auf ein Jahr mit einer größeren Familienreise ins europäische Ausland folgt bewusst eine entspannte Auszeit auf einer Nordseeinsel.
Für die nächste Auslandsreise mit Kindern stehen aktuell Italien oder Südfrankreich zur Wahl, auch Schweden steht noch weit oben auf unserer Wunschliste.
Habt ihr Tipps für familienfreundliche Unterkünfte, schöne Ausflüge mit Kindern, Reiter- oder Bauernhofurlaube oder Erfahrungen mit Bahnreisen und Autozügen? Dann teilt eure Empfehlungen gern in den Kommentaren – wir freuen uns auf den Austausch!
9. Pin für eure Pinterest-Sammlung


